25 Okt 2017
Oktober 25, 2017

Bruder – Schwarze Macht

Oktober 25, 2017 0 Kommentare

Freunde,

ich fasse erstmal kurz zusammen: es war echt richtig viel Arbeit und hat beinahe 4 Monate gedauert – aber nun ist sie fertig, meine Musik für „Bruder – schwarze Macht“. Es war eine sehr gute und intensive Zusammenarbeit mit Regisseurin Randa Chahoud und dem Musikredakteur Oliver Ueck. Vielen Dank noch einmal für die tolle Betreuung!

Nachdem ich anfangs länger nach einem Sound suchen musste, der sich wie ein roter Faden durch alle 4 Folgen der Miniserie ziehen kann, ohne sich abzunutzen, bin ich bei einer (oft sehr düsteren) Musik gelandet, die Solo-Streicher mit fragilen flächigen Strukturen kombiniert. Die Samples für die Flächen habe ich mit dem (recht günstigen) Cello meiner Schwester eingespielt- eine gute Gelegenheit, dieses Instrument neu zu entdecken und gleichzeitig erste Linien zu üben – denn was Streicher angeht, bin ich ja leider noch Anfänger. Aber noch ein paar Projekte dieser Art und ich bin für einfache Melodien gewappnet 😉

Dann gab es einige HipHop Tracks, bei denen ich endlich mal wieder mit einem meiner besten Freunde, Martin Haß („Blowm & Maddin un de Maudefaades“, die übrigens am 04.11. bei Inas Nacht zu sehen sein werden) zusammenarbeiten durfte. Diese Stücke fügen sich bemerkenswert gut in die Dramaturgie ein und es war eine Freude, daran zu arbeiten. Danke Martin!

Eine der größten Herausforderungen war jedoch die Komposition/ Bearbeitung einiger traditioneller, arabischer Gesangsstücke. Wir haben letztlich mit Koran-Texten gearbeitet und sie als Kampf-Naschid arrangiert. Wer nicht weiß, was das ist- einfach mal bei Wikipedia nachschlagen. Die Herausforderung bestand nicht nur darin, mit arabischen Texten zu arbeiten, sondern auch darin, jemanden zu finden, der diese Texte auch überzeugend singen kann. Meine Suche führte über Mannheim nach Frankreich (leider ohne zufrieden stellende Ergebnisse, mangels ausreichender Aufnahmemöglichkeiten), danach über Köln nach Berlin. Nirgends war ein Sänger zu finden…bis ich in Emden in einer Kneipe Kawa kennengelernt habe- unfassbar! Er ist vor 2 Jahren aus Syrien geflüchtet und spricht neben Kurdisch, Englisch und Deutsch auch arabisch. Er erklärte sich sofort bereit, mir zu helfen und einen Tag später waren die drei Stücke fertig. Danke Kawa!

Den Rest schaut euch am Besten selbst an. Es steckt viel Detailarbeit in der Musik und ich hoffe man kann das an der einen oder anderen Stelle auch wahrnehmen- im besten Falle dadurch, dass die Serie euch bis zum Ende mitnimmt. Also einschalten: 29.10.17, ZDF Neo ab 21:45.

Ich bin dann erstmal ein weiteres Mal Theatermusik machen #Theas Theater- und hoffentlich auch weiter an Ebbel IV arbeiten.

Cheers, euer Ebbel

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